Breiten Raum nahm auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag die Diskussion über 2 Anträge zu den verpflichtenden Arbeitsstunden für aktive Mitglieder oder deren Eltern und neuen Mitgliedarten ein. Beantragt wurden zum einen verpflichtende Arbeitsstunden komplett abzuschaffen, weil sie potenzielle neue Mitglieder abschrecken und auch zu Austritten geführt haben. Zum anderen wurde beantragt, die Ausgleichszahlung für Arbeitsstunden wieder auf 50%, statt bisher 100% des Jahresbeitrags zu reduzieren und zwei neue Mitgliedschaftsarten einzuführen, um die Mitgliedschaft attraktiver zu machen.

Blick auf die Mitgliederversammlung - Bild: Volker Arnold

Die Meinungen darüber, ob die 5 verpflichtenden Arbeitsstunden pro Jahr die Helferanzahl bei den Veranstaltungen erhöht haben oder nicht, gingen weit auseinander. In der einen Abteilung ist das tatsächlich der Fall, in der anderen nicht. Ob die Ausgleichszahlungen den Verlust an Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen ausgleichen oder nicht, lässt sich genausowenig eindeutig feststellen.

Schließlich beschlossen die 48 Anwesenden nach der lebhaften, kontrovers aber fair geführten Diskussion mit breiter Mehrheit, die Ausgleichszahlung für Arbeitsstunden weder abzuschaffen noch zu reduzieren. Allerdings werden die Ausgleichszahlungen zukünftig nur noch fällig für Mitglieder, die älter als 6 Jahre sind. Es wird eine sogenannte temporäre Mitgliedschaft eingeführt, die einmalig für 6 Monate beantragt werden kann, zunächst 70,-- EUR kostet und die nicht zu Arbeitsstunden verpflichtet. Firmen können für Betriebssportgruppen, die an den Übungsstunden der SpVgg teilnehmen, Firmenmitgliedschaften für 150,-- EUR pro Teilnehmer und Jahr abschließen. Sie verpflichten ebenfalls nicht zu Arbeitsstunden.

Gerhard Wolf - Bild: Volker ArnoldDer erste Vorsitzende Gerhard Wolf hatte zu Beginn der über zweieinhalb Stunden dauernden Versammlung verdeutlicht, dass die SpVgg vor einer schwierigen Zukunft steht. Es fehlt an genügend motiviertem Nachwuchs und es fehlt an Betreuern für die Jugendmannschaften: "Für uns an der Vereinsspitze stellt sich die Frage, wie wir als Dorfverein den Trend umkehren können. Haben wir Kraft, Mut und Engagement, um den Negativtrend, den viele Vereine heutzutage erleben, aufzuhalten oder gar umzukehren? Wieviel liegt uns denn noch am Vereinsleben und der Möglichkeit, innerhalb unserer  Gemeinde ein Zeichen zu setzen für funktionierendes soziales Mit- und Füreinander? Oder steht immer stärker nur das eigene Wohl und Vorwärtskommen im Fokus, das es nicht erlaubt, die sozialen Strukturen und Aufgaben im Verein zu stärken. In unserer Gemeinde gibt es viele Beispiele von Mitbürgern, die sich in den vergangenen Jahren ehrenamtlich und unentgeltlich für die Stärkung der Gemeinschaft im Dorf engagieren. Warum klappt das in den Vereinen nicht?"
Auch die finanzielle Entwicklung ist kritisch. Finanzielle Rücklagen für eine zukunftsfähige Sanierung der in die Jahre gekommenen vereinseigenen Anlage fehlen. Gerhard Wolf sagte weiter: "Damit muss es jedem Mitglied bewusst sein, dass die Existenz des Vereins bei jeder mittleren oder größeren Störung an den Anlagen und Gebäuden gefährdet ist.  Deshalb geht mein Appell heute an euch, die ihr eure Verbundenheit mit dem Verein zeigt, diese Bedrohung der Vereinsexistenz auch denjenigen Mitgliedern zu verdeutlichen, die heute nicht hier sind."

Nach diesen eindringlichen Worten dankte Gerhard Wolf allen, die im Verein mitgeholfen haben, sehr herzlich. Der zweite Vorsitzende Lazar Bajcetic verlas den Kassenbericht, der für das Jahr 2018 ein leichtes Plus ausweist. Die Kassenprüfer bescheinigten der externen Buchhaltung zusammen mit dem freiwilligen Kassenverwaltungsteam Claudia May, Brigitte Slabon und Roland Borzer eine einwandfreie Arbeit.

Bei der Aussprache zu den Berichten ging es natürlich um die finanzielle Situation. Eine Wiederverpachtung des Sportheims würde diese Situation wohl etwas entspannen. Ernste Interessenten sind derzeit aber nicht in Sicht, außerdem müsste vorher wahrscheinlich zumindest in die Küche investiert werden. Ein Lob gab es für die vielfältigen Aktivitäten der Abteilungen.

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes wurde Gerhard Wolf für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Nach dann 12 Jahren als erster Vorsitzender möchte er das Zepter 2021 in jüngere Hände übergeben. Er bat die Vorstand Mitglieder, sich wie er über diese Personalie frühzeitig Gedanken zu machen.

Ein Vorstand Finanzen konnte wie schon seit 2013 nicht gefunden werden. Obwohl der Verein jetzt eine gut funktionierende externe Buchhaltung hat, hat der Vorstand Finanzen wichtige Kontrollaufgaben, die jetzt nebenher von den anderen Vorstandsmitgliedern übernommen werden müssen.

Renate Matt übernahm aus eigenem Antrieb kommissarisch im Mai 2018 die Aufgaben des Vorstandes Organisation, nachdem diese Position seit 2017 vakant war. Gerhard Wolf bedankte sich bei ihr für diese vorbildliche Einstellung. Sie wurde von der Versammlung ebenfalls einstimmig gewählt.

Die Dauerbrenner Volker Anold und Walter Knapp wurden als Pressewart beziehungsweise Kordinator Breitensport bestätigt. Funktionen, die sie schon seit Jahrzehnten ausüben.

Bei den zwei Mitgliedervertretern gab es eine Veränderung. Kerstin Becht kann das Amt aus beruflichen Gründen nicht mehr ausüben. Gerhard Wolf dankte ihr für die geleistete Arbeit. Für sie rückt Kevin Schenkel nach. Yves Metzger bleibt für zwei weitere Jahre Mitgliedervertreter.

Stefanie Kotschner wurde für den turnusmäßig ausscheidenden Reiner Schwager als zweite Kassenprüferin neben Oliver Matt gewählt (ohne Sitz im Gesamtvorstand).

Eine Reihe von Abteilungs- und Jugendleitern wurden auf den Abteilungsversammlungen gewählt, sie wurden von der Mitgliederversammlung bestätigt. Darunter ist mit Simon Muthsam ein weiteres neues Gesicht, der als Jugendleiter Tischtennis zusammen mit Kevin Schenkel für "jungen" Wind im Gesamtvorstand sorgt.

Der Gesamtvorstand - - v.l. Achim Strate, Simon Muthsam, Yves Metzger, Renate Matt, Patrick Voltmann, Gerhard Wolf, Roland Borzer, Claudia May, Lazar Bajcetic, Volker Arnold, Kai Lenk und Kevin Schenkel. Es fehlen Brigitte Slabon, Walter Knapp und Jochen Gunst. Foto: Martin Lacher.

 

Die Berichte der Vorstandschaft mit Ausnahme des Kassenberichtes und des Berichtes der Kassenprüfer sind hier verfügbar.